Westernsattel erklärt: Baum, Bars, Rigging und Sitzgröße

Ein Westernsattel verteilt das Gewicht auf einer großen Fläche – aber nur, wenn die Bars zum Pferderücken passen. Die wichtigsten Begriffe und Maße im Überblick.

Disziplinen · 7 Min. Lesezeit · veröffentlicht am 12. Oktober 2026

Pferd mit Westernsattel an einem Waldweg – Westernsattel erklärt

Westernsättel wurden für lange Arbeitstage gebaut: Sie verteilen das Gewicht des Reiters auf eine große Fläche und geben einen sicheren Sitz. Weil sie anders konstruiert sind als englische Sättel, gelten auch eigene Begriffe und Maße.

Der Sattelbaum und die Bars

Das Herzstück ist der Baum (Tree). Seine beiden seitlichen Auflageflächen heißen Bars. Sie liegen direkt – nur durch das Pad getrennt – auf dem Pferderücken. Ihre Form entscheidet über die Passform.

Gängige Bar-Formen:

  • Semi-Quarter-Horse-Bars: mittlere Breite, für viele „normale“ Pferde mit ausgeprägtem Widerrist.
  • Full-Quarter-Horse-Bars: breiter und flacher, für runde, stark bemuskelte Pferde mit flachem Widerrist.
  • Arabian-Bars: kürzer, für Pferde mit kurzem Rücken und oft flacherem Winkel.

Die Bezeichnungen sind herstellerabhängig. Wichtiger als der Name sind:

  • Gullet (Kammerweite): der Abstand zwischen den Bars vorne.
  • Winkel (Angle): wie steil die Bars zueinander stehen.
  • Rock: die Längswölbung der Bars. Zu viel Rock bei geradem Rücken führt zum „Schaukeln“, zu wenig bei geschwungenem Rücken zur Brückenbildung.
  • Twist: die Form der Bars zwischen vorne und hinten.

Rigging: wie der Sattel gegurtet wird

Das Rigging legt fest, wo der vordere Gurt angreift:

  • Full Position: direkt unter dem Horn – hält den Sattel vorne stabil.
  • 7/8 und 3/4 Position: etwas weiter hinten – für Pferde, deren Gurtlage weiter hinten liegt, oder um Druck auf die Schulter zu vermeiden.
  • Center Fire: mittig, oft mit nur einem Gurt.

Viele moderne Sättel haben ein verstellbares Rigging. Ein hinterer Gurt (Flank Cinch) wird mit etwas Abstand zum Bauch verschnallt und verhindert, dass der Sattel hinten hochkommt.

Sitzgröße

Westernsättel werden in Zoll gemessen, aber anders als englische: von der Rückseite der Gabel (Swell) bis zur Oberkante des Cantle. Typisch sind 14 bis 17 Zoll. Als grobe Faustregel liegt die Western-Sitzgröße etwa zwei Zoll unter der englischen – wer englisch 17 Zoll reitet, sitzt western oft in 15 Zoll. Probieren ist trotzdem Pflicht.

Passform prüfen

  • Die Bars müssen flächig aufliegen, ohne vorne oder hinten zu drücken.
  • Mit Reiter mindestens zwei bis drei Finger Widerristfreiheit.
  • Der Sattel darf nicht über die letzte Rippe hinausreichen. Bei kurzen Pferden sind Sättel mit runden, kurzen Skirts hilfreich.
  • Das Pad gleicht keine schlechte Passform aus. Ein zu dickes Pad macht einen passenden Sattel zu eng.

Westernsättel bei EquiSattel

Unser Schwerpunkt liegt aktuell auf englischen Sätteln. Wenn du einen Westernsattel suchst, beraten wir dich gern zur Passform – schreib uns.

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